Thomas, FsJ  2016-2017: Neue Horizonte

Wie jeder Schüler in der 12. Klasse stand auch ich vor der Frage: Wie geht es jetzt weiter? Eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich wäre doch eine Option. Immerhin habe ich mich nicht umsonst für eine Schule mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Verwaltung entschieden. Allerdings war für mich noch der Reiz da, etwas ganz anderes auszuprobieren, bevor ich in diese Richtung gehe.

Einfach um mehr Erfahrung in anderen Bereichen zu sammeln. Ein FSJ bzw. ein Bundesfreiwilligendienst in die soziale Richtung schien mir da eine gute Wahl zu sein.

So suchte ich nach Einrichtungen, die solche Stellen anbieten. Von der Altenpflege über den Kindergarten war alles dabei. Nach einigen Bewerbungen bin ich dann auf die Stelle in der Tageswohnung gestoßen. Dieser Platz war etwas Besonderes für mich, da ich noch nie Kontakt zu einem Wohnungslosen oder ehemaligen Wohnungslosen hatte. Ängste oder Bedenken, in solch einer Einrichtung zu arbeiten, waren bei mir kaum vorhanden. Ich war einfach gespannt auf die Leute und die Arbeit dort. So versendete ich meine Unterlagen und wurde nach einem Bewerbungsgespräch auch direkt genommen. Das war der Start in eine tolle Zeit.

Im zurückliegenden Jahr habe ich freundliche Mitarbeiter und supernette Besucher kennen gelernt. Ich wurde sofort herzlich aufgenommen. Meist herrscht hier gute Stimmung. Selten wird mal jemand etwas lauter oder es gibt anderweitige Auseinandersetzungen. Wenn es dann mal zu so einer Situation kommt, sind die Sozialarbeiter vor Ort und lösen das Problem.

Andererseits kann ich mich auch gut mit den Besuchern hier unterhalten. Zeit für ein kleines Gespräch gibt es fast immer.  Besonders interessant fand ich die Lebensgeschichten, die mir einige Besucher erzählten - tiefe Einblicke in das Leben mit den Problemen und Hürden, die überwunden werden mussten.  Man lernt zu schätzen, wie gut es einem selber geht, und es nicht als Selbstverständlichkeit anzunehmen.

Es gab immer etwas zu tun: vom Einkauf für die Einrichtung sowie die Fahrt zur Tafel für die Küchenvorräte über den Telefondienst bis hin zur Entrümpelung von Wohnungen oder Begleitungen von Klienten. Auch spezielle Aufgaben, wie das Outlett von L + T nach Kleidung für unsere Kleiderkammer zu durchsuchen oder die Vorbereitung für das Treffen der ehrenamtlichen Mitarbeiter haben mir echt Spaß gemacht. Die vielfältigen Dienstfahrten in und um Osnabrück dürften bestimmt ausreichend sein, um den Taxischein quasi im Schlaf zu erlangen.

Zum Schluss möchte ich mich bei den Mitarbeitern und Besuchern für das tolle Jahr bedanken. Für mich war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung, mein Bufdi in der Tageswohnung zu machen. Ich habe einen ganz neuen Bereich kennengelernt und damit meinen Horizont erweitert. Auch mich wenn mein weiterer Berufsweg nicht unbedingt in diese Richtung führen wird, so hat mir dieses Jahr doch viele wertvolle Erfahrungen und schöne Erinnerungen gebracht.

 

4LThomas