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Foto: © Helga Duwendag-Strecker

Wir geben Menschen aus dem Abseits eine Stimme

Unsere Redaktion

Die Redaktion von abseits besteht auch heute noch – nach 20 Jahren – fast ausschließlich aus ehrenamtlichen Mitarbeitern und legt besonderen Wert darauf, dass sich auch Menschen an der Redaktionsarbeit beteiligen, die eigene Erfahrungen mit dem Leben im sozialen Abseits haben. So finden hier beispielsweise ehemals Wohnungslose die Möglichkeit, sich auszudrücken und ihre Probleme und Erfahrungen einer breiten Öffentlichkeit mitzuteilen. Andere ehrenamtliche Mitarbeiter mit ganz unterschiedlichen Hintergründen ergreifen wiederum die Gelegenheit, Menschen aus dem sozialen Abseits eine Stimme zu geben. Ob Hausfrau, Gärtner, Studentin, Lehrer oder Universitätsprofessor – alle bringen ihre persönlichen Erfahrungen und ihre sozialen Kontakte in den Entstehungsprozess der jeweiligen abseits-Ausgabe mit ein. Ergänzt wird die ehrenamtliche Redaktionsarbeit von einer Mitarbeiterin mit einer halben Stelle, die für die anfallenden Verwaltungsarbeiten und den Schriftverkehr zuständig ist. Sie wird von einem Mitarbeiter unterstützt, der vorrangig für die Ausgabe der Zeitung an die Verkäufer eingestellt ist. Ein Sozialpädagoge, gleichzeitig Leiter der Tageswohnung für wohnungslose Menschen, übernimmt die Aufgaben des verantwortlichen Redaktionsleiters.

So bunt gemischt wie der Redaktionskreis, so vielfältig sind auch dessen Aufgaben: Interviews mit Betroffenen, Hintergründe recherchieren, Berichte verfassen, Fotografieren, Texte überarbeiten, Korrekturlesen. Hier leistet jeder seinen Beitrag. Und alle Mitarbeiter sind keine gelernten Journalisten, dafür aber mit viel Engagement und noch mehr Herzblut bei der Sache. Alle vereint das Interesse an sozialen Themen und die Überzeugung, über Lebensgeschichten und Erfahrungsberichte Verständnis für Menschen im sozialen Abseits bei den Lesern zu wecken.

„Über abseits treffe und spreche ich mit Menschen, die ich sonst nie kennen lernen würde“, erklärt Helga. Susanne fügt ergänzend hinzu: „Der Kontakt zum Menschen ist das Wichtigste. Und dass wir unseren Lesern die Sorgen der Mitbürger, die im Abseits leben, vermitteln.“ Günther findet besonders „die Mischung aus Schreiben, ehrenamtlichem Engagement und sozialer Empathie“ so spannend. Rabea ergänzt, dass abseits ihr selbst helfe, „über den Tellerrand zu schauen.“ Und Eckart will betroffenen Mitbürgern mit Hilfe der abseits-Artikel gezielt Mut machen, getreu dem Motto „Nie aufgeben!“.

Die meisten ehrenamtlichen Mitarbeiter waren ursprünglich „nur“ treue abseits-Leser, denen der passive „Konsum“ nicht mehr ausreichte, sodass sie sich aktiv in die Erstellung von abseits einbringen wollten. Andere sind über die Freiwilligenagentur zur Redaktion gestoßen. Jeden Dienstag trifft sich die Redaktion um 16.00 Uhr in den Räumen der Tageswohnung in der Bramscher Straße 11, um mit viel Spaß, guter Laune und noch mehr Engagement die nächste Ausgabe der Osnabrücker Straßenzeitung vorzubereiten. Vielleicht können wir demnächst ja auch Sie bei uns begrüßen. Wir laden Sie herzlich dazu ein!

 

SH Redaktion

Foto: © Frank Wenzel